Archiv der Kategorie: Tastpläne

Nationalparkzentrum Königsstuhl

Im April 2013 starteten wir dem Königsstuhl einen weiteren Besuch ab.
Der Bus fährt nun direkt zum Eingang des Nationalparkzentrums und hält nicht mehr am Parkplatz. Somit mussten wir leider auf die kurze Wanderung durch den herrlichen Buchenwald verzichten.
Erst wenn man am Kassenhäuschen einen üppigen Eintritt, 7 EUR, gezahlt hat (die Begleitperson ist frei), darf man zur Aussichtsplattform des Königsstuhlfelsens und die Ausstellung im Nationalparkhaus besuchen.
In dessen Foyer empfängt den Besucher nun ein Tastmodell der Firma 3D Formenbau, welches die Halbinsel Jasmund darstellt. Daran kann man genau die Klippen der Kreidefelsen und die Geographie erkunden.
Bäume, Flüsse, Strassen und Gebäude sind allerdings nur aufgemalt.
Freudig haben wir auch die Veränderung der ausleihbaren Kopfhörer für den Audiorundgang durch die Ausstellung registriert: Im Vergleich zu früher werden nun offene Kopfhörersysteme eingesetzt, welche eine gewisse akustische Wahrnehmung der Umgebung gestatten, was besonders blinden Gästen zu Gute kommt.

Foto: Die Reliefkarte zeigt im Vordergrund Sasnitz, rechts davon beginnen die Kreidefelsen und ziehen an der rechten Seite des Reliefs entlang. Der Wald erstrahlt in einem üppigen grün, während die restliche Landmasse in braun gehalten ist. Gut ausmachen lässt sich die Struktur des Geländes.
Foto: Reliefkarte der Kreideküste

Gemäldeführer für alle im Staatlichen Museum Schwerin

Am 13. Oktober 2012 hatten wir um 15:00 Uhr eine Verabredung im Staatlichen Museum Schwerin. Wo wir schon mal in der Landeshauptstadt waren, nutzten wir die Gelegenheit, durch das Schlosspark- und das neue Marienplatzcenter zu schlendern. Auch eine Gassirunde um den Pfaffenteich sowie ein Spaziergang auf dem ehemaligen BUGA-Gelände am Schloss verkürzten uns die Wartezeit auf angenehme Weise. Bereits gegen 14:00 Uhr betraten wir das Foyer des Museums. Der Grund für unser frühzeitiges Erscheinen war, dass wir uns in aller Ruhe das neue Lese-Tast-Hörbuch erschließen wollten.

Neugierig nahmen wir das einzige zur Ausleihe bestimmte Exemplar entgegen und machten es uns im Cafe des Museums damit gemütlich.
Im Gemäldeführer „Das goldene Zeitalter“, welcher etwa die Größe eines Ordners hat, können 8 Reliefe und 7 Detaildrucke abgetastet werden. Es wurden die wichtigsten Elemente von 8 Gemälden Niederländischer Maler aus dem 17. Jahrhundert ausgewählt und taktil dargestellt, um diese auch für blinde und hochgradig sehbehinderte Kunstfreunde erfahrbar zu gestalten.
Die 8 Originale sind alle in der Dauerausstellung zu bewundern.
Die Beschreibungen der Gemälde stehen in Braille- und in Grossdruck im Buch, genau wie Wissenswertes zum jeweiligen Künstler und Zeitgeschichtliches.
Inspiriert vom im Multimar Tönning eingesetzten Hörstift des Vereins Andersicht, kommt bei diesem Exemplar des Gemäldeführers ebenfalls der Hörstift zum Einsatz, um die Informationen auch hörbar zu machen. Die kunstvoll gearbeiteten Reliefe der DZB weißen bis zu 7 Ebenen auf.
Sie sind mit kontrastoptimierten Farbdrucken unterlegt. Oben links eines jeden Reliefs finden sich taktile Pfeile, welche die Ausrichtung des Gemäldes anzeigen. Oberhalb der Pfeilspitze ist jeweils ein Label für den Hörstift aufgeklebt. Von 7 Gemälden wurden von jeweils einem ganz besonders bemerkenswerten Detail gedruckte Reliefe auf Papier angefertigt. Diese, wie auch die Brailleschrift im Buch, entstammen dem Siebdruckverfahren. Dieses Siebdruckverfahren erlaubt eine platzsparende Methodik der Reliefherstellung und ist in Deutschland bisher einzigartig.
Wir hören uns die Beschreibung eines Gemäldes an und versuchen gleichzeitig, diese nachzuvollziehen. Doch nach 4 Gemälden ist die Wartezeit um und die Führung beginnt. Aber lange müssen wir nicht auf das Buch verzichten, bereits nachdem wir uns vor dem ersten Original auf Hockern niedergelassen haben, teilt unsere Gästeführerin Frau Baumgart Gemäldeführer aus. Diesmal beinhalten die Gemäldeführer keine Labels und es steckt auch keine CD im Umschlag, wie es bei den zum Verkauf bestimmten Exemplaren der Fall wäre. Dafür beschreibt uns die Museumspädagogin mit eigenen Worten, was wir mit den Fingern sehen sollen. Wie immer, versteht es Frau Baumgart auch diesmal meisterlich, uns durch ihre eigene Begeisterung für die Kunst mitzureißen und in die Welt der Holländermühlen und Still-Leben zu entführen. So bedauern wir es, dass uns während der Führung nur 2 der 8 Gemälde nähergebracht werden.

Foto: Cover des Lese-Tast-Hörbuchs - Das Goldene Zeitalter
Foto: Lese-Tast-Hörbuch – Das Goldene Zeitalter
Foto: Aufgeschlagenes Buch - links Bildbeschreibungen in Braille- und Schwarzschrift, rechts das Bild "Steckbrett mit Flöte"
Foto: Steckbrett mit Flöte
Foto: Aufwändiges dargestelltes Gemälde von Blumen und Früchten
Foto: Girlande mit Blumen und Früchten
Foto: Gemälde: Der Geograph
Foto: Der Geograph
Foto: Aufgeschlagenes Buch - links eine Detaildarstellung eines Segelboots in Siebdruck, rechts Braille- und Schwarzschrift
Foto: Segelboot

Weitere Informationen zum Gemäldeführer: www.museum-fuer-alle.de
Zum Staatlichen Museum Schwerin und Führungen siehe auch unseren Beitrag aus dem Dezember 2010.

Aurahotel Timmendorf

Ganz am Ende des quirligen Ferienortes Timmendorfer Strand liegt, nur durch eine Straße vom Sandstrand getrennt, das Aurahotel.
Aus Richtung Lübeck und Neustadt gelangt man mit der Bahn nach Timmendorf. Vom Bahnhof aus gibt es eine Linienbusverbindung bis fast direkt vor das Hotel. Im Keller des sehbehinderten- und blindengerecht ausgestatteten Hauses ist ein leicht eingestaubter Schatz verborgen: In einem ansonsten leeren Raum steht ein pultartiges Relief, welches taktil und optisch den Ort Timmendorf darstellt. Die dazu gehörige Legende wurde in Punkt- und gut lesbarer Schwarzschrift aufgebracht. Diese recht große Landkarte wurde einst von einem hier beschäftigten Zivildienstleistenden erstellt, welcher verschiedene Materialien zum Einsatz gebracht hat.
Sicher kann diese originelle Orientierungshilfe so manchem Gast des Hauses einen Überblick über die nähere Umgebung ermöglichen. Weitere Informationen über dieses Hotel erhalten Sie auf www.aura-timmendorf.de.

Foto: Ein Tastplan vom Timmendorfer Strand, der sich auf einem Pult befindet. Zu sehen sind in dunkelrot die Gebäude, Wiesen mit Gras aus dem Modellbau sowie das Meer und Äcker aus Wellpappe.
Foto: Tastplan Timmendorfer Strand

Schlosspark Ludwigslust

Unternimmt man eine Reise in den „Ort der Vielfalt“ Ludwigslust, so sollte man sich den Schloßpark nicht entgehen lassen, der mit ca. 120 ha zu den größten und schönsten Naturparks in Mecklenburg gehört. Dieser ist vom Bahnhof aus gut erreichbar. Geht man die Schloßstraße entlang in Richtung des barocken Jagdschlosses des Herzogs Christian II. Ludwig, so findet man ein paar Meter nach der Giebelseite, nahe beim Natureum, am rechten Wegrand eine wetterfeste Tasttafel aus Metall. Hier können sich blinde Besucher eine Übersicht über den Park verschaffen. Daneben steht ein angewinkelter Plan für Rollifahrer. Ein spezielles Angebot für sehbehinderte Besucher ist nicht vorhanden. Eine Broschüre in Punktschrift informiert die braillekundigen Gäste über die Sehenswürdigkeiten des Parks. Alle anderen können sich bei Bedarf diesen „Rundgang“ auf der Internetpräsenz der Stadt Ludwigslust herunterladen.

Metallene Tasttafel des Schlossparks Ludwigslust
Tasttafel des Schlossparks Ludwigslust

Besucheradresse:
Am Schloss, 19288 Ludwigslust
Internet:Schloss Ludwigslust