Archiv der Kategorie: Sonstige Museen

Kulturhistorisches Museum Rostock

Rostock, die weltoffene und traditionsreiche Hanse- und Universitätsstadt an der Warnow, ist die größte Stadt in Mecklenburg-Vorpommern.

Vom nahezu barrierefrei ausgestatteten Hauptbahnhof gelangt man mit der Straßenbahn oder in ungefähr 20 Gehminuten in die Fußgängerzone in der mittelalterlichen Altstadt.
Dafür verlässt man das Bahnhofsgebäude durch den Nordausgang und wendet sich zunächst nach links. Man folgt dem Straßenverlauf bis zu einer Ampelkreuzung. Hier überquert man die Straße nach rechts und geht nun immer geradeaus, bis zum Anfang der Fußgängerzone.

In der Rostocker Altstadt, nur wenige Meter vom Kröpeliner Tor entfernt, befindet sich der Universitätsplatz.
In dessen Mitte steht der „Brunnen der Lebensfreude“.

An der Seite des Uni-Hauptgebäudes führt ein unauffälliger Durchgang zum Kloster Zum Heiligen Kreuz.
In der unversehrten, dörflich anmutenden Klosteranlage hat das Kulturhistorische Museum seinen Sitz.
Es ist die Schatzkammer der Hafenstadt und umfasst zahlreiche Gemälde, Grafiken sowie Plastiken vom Mittelalter bis zum 20. Jahrhundert. Der zweite Schwerpunkt der Ausstellung sind die umfangreichen kulturgeschichtlichen Bestände.

Betritt man das Foyer, so steht links, etwa 5 m vom Eingang entfernt, eine pultartige Orientierungstafel.
Hergestellt wurde sie von Werner Klonz, BAUM Retec AG.
Die Orientierungstafel verschafft blinden und sehbehinderten Besuchern einen Überblick über das verzweigte Erdgeschoss des Museums.
Der Grundriss wurde als kontrastreiches, gut tastbares Relief auf die Tafel aufgebracht.
Rechts daneben befindet sich eine erläuternde Legende in farblich gut abgesetzter, großer Pyramiden- und Brailleschrift.
Dem unermüdlichen Engagement der Gebietsgruppe Rostock des Blinden- und Sehbehindertenvereins ist dieser erste Schritt in Richtung Barrierefreiheit für blinde und sehbehinderte Besucher zu verdanken.

Obwohl zahlreiche Ausstellungsstücke gut erreichbar zum Abtasten aufgestellt sind, wie Holztruhen und verschiedene Plastiken, und somit geradezu zum Begreifen einladen, dürfen sie nicht berührt werden.
Wir haben angeregt, dies zukünftig Besuchern mit einer Seheinschränkung bei einigen Objekten mit speziellen Stoffhandschuhen zu erlauben. Es ist geplant, einen Audioguide zur Ausleihe anzubieten, welcher Informationen für alle zugänglich machen soll.

Besucheradresse:
Kulturhistorisches Museum Rostock, Klosterhof 7, 18055 Rostock
Kontakt: Telefon: 0381 203590, Internet: Kulturhistorisches Museum Rostock

Bild: Tasttafel des Kulturhistorischen Muserum
Bild: Tasttafel des Kulturhistorischen Muserum
Bild: Figuren der drei heiligen Könige, vollständig vergoldet.
Bild: Exponat Drei Heilige Könige

Staatliches Museum Schwerin

„Herzlich willkommen in der Kunstsammlung des Staatlichen Museums Schwerin.

Die Kunst ist so vielfältig wie das Leben selbst. So können Gemälde griechische Sagen, biblische Geschichten oder auch alltägliche Situationen wiedergeben. Mal geht es um Liebe, mal um Schönheit und aber auch um Macht, Verrat und Vergänglichkeit. Und immer haben diese Bilder sehr viel mit uns selbst zu tun. Es macht Freude, sich mit ihnen zu beschäftigen und sie zu hinterfragen.

Wir laden Sie ein, in einer Führung die Welt der Kunst vom 16. bis 21. Jahrhundert kennen zu lernen. Ab 3 Personen können Sie eine persönliche Führung (6,50 ? pro Person) buchen, telefonisch unter 0385 5958121 oder per Mail: baumgart@museum-schwerin.de.

Seit 6 Jahren besuchen die Mitglieder der Kreisorganisation Schwerin des DBSV MV das Schweriner Museum. Mit jeder Führung qualifizieren wir uns weiter und sind überzeugt, Ihnen einen angenehmen und interessanten Museumsbesuch bieten zu können. Während des Rundgangs ist der Führende stets bemüht, die Bilder lebendig werden zu lassen. So werden die Gemälde genau beschrieben. Tastmaterialien erleichtern die persönliche Vorstellung. Gespräche über die Motive, über die Malweise und selbstverständlich über unsere manchmal auch unterschiedlichen Deutungen lassen die Museumsbesucher erfahren, dass die Kunst weit mehr als nur einen Augenschmaus zu bieten hat.

Mit der folgenden Vorschau bieten wir Ihnen einen Ausschnitt aus unserem aktuellen Programm:

ständige Sammlung bis März 2011

Ausgewählte Werke der niederländischen Malerei des Goldenen Zeitalters und die Menagerie von Jean Baptiste Oudry.

(ab April auch wieder Kunstwerke des 19. bis 21.Jahrhundert)

Wechselausstellungen

1.4. bis 26.6.2011
„Gläserne Pracht. Die Schweriner Glassammlung“

22.7. bis 23.10.2011
„Sommergäste. Die Klassische Moderne in Mecklenburg und Pommern“

Wir freuen uns auf Ihren Besuch. Bis bald. Birgit Baumgart (Museumspädagogin)“

Adresse: Staatliches Museum Schwerin, Alter Garten 3, 19055 Schwerin

Müritzeum in Waren

Nur ca. 1,5 km vom Warener Bahnhof entfernt befindet sich am Rande der Altstadt, unweit vom Ufer der Müritz, das Müritzeum.
Im August 2007 wurde der Museumsneubau eröffnet. Dieses mit verkohltem Lärchenholz verkleidete Gebäude mit der eigenwilligen Architektur, welche an ein Boot erinnert, zeigt die Flora und Fauna der Müritzregion. Die interaktive und vielfach ausgezeichnete Ausstellung spricht mehrere Sinne an.
Im Foyer empfängt den Besucher eine offene Schauvitrine mit Lindenholzmodellen, eine Nachbildung im Maßstab 1:500 der Warener Altstadt. Diese kann abgetastet werden, es gibt jedoch keine Braillebeschriftungen.
Rechts neben dem Eingang zu den Ausstellungsräumen steht eine Relieftafel mit Legende in kontrastreicher Pyramiden- und Brailleschrift. Sie zeigt den taktilen und farbig gestalteten Grundriss des Gebäudes und kann somit als Orientierungshilfe dienen.
Allerdings endet nach dem Foyer die Sehbehinderten- und Blindenfreundlichkeit in diesem Museum im Großen und Ganzen. Als erstes gelangt man in einen dunklen, halbrunden, sehr hohen Raum. Hier werden hauptsächlich Gemälde ausgestellt. Mit einigen Leuchtquellen wurde hier versucht, Licht ins Dunkel zu bringen. Der Weg führt weiter direkt in einen echten Heißluftbalon hinein, der über einer Satelitenkarte der Müritzregion schwebt und von kreischenden Kranichen und Gänsen umkreist wird.
Hat man die imaginäre Balonfahrt glücklich hinter sich gebracht, so betritt der Besucher nun einen Raum worin sich präparierte heimische Vögel in Glasvitrinen befinden. Es gibt ein Pult, auf das in Form eines Notenschlüssels zahlreiche Knöpfe aufgebracht sind. Beim Drücken eines Knopfes wird die dazu gehörige Vogelstimme ausgelöst. Leider ist die Beschriftung kaum lesbar und es gibt auch keine Braillebeschriftung. Als einziges taktiles Objekt gibt es ein originalgetreues Holzmodell vom Eisvogel, dem Vogel des Jahres 2009. Er trägt aufgrund seines blau schimmernden Federkleides den Spitznamen „fliegender Diamant“ und zählt zu den farbenfrohsten Vögeln in Deutschland. Dieses Modell wird nur zu Führungen herausgeholt.
Das Herzstück des Müritzeums ist die Aquarienlandschaft, wo in der Müritz beheimatete Fische beobachtet werden können. Eine Besonderheit ist das Tiefenbecken, welches sich über 3 Etagen (2 davon sichtbar) erstreckt.
Ein weiteres Highlight des Museums befindet sich im Waldbereich. Dort steht eine plastische, orginalgetreue Nachbildung einer tausendjährigen Eiche, wie sie tatsächlich in der Nähe von Waren zu finden sind. Sie besitzt einen ca. 6 m großen Umfang und eine gut tastbare Borke. Von hinten wurde die Eiche aufgelassen. Dort kann man sich reinsetzen und auf Knopfdruck eine Geschichte von Fritz Reuter auf Plattdeutsch oder Hochdeutsch über Lautsprecher anhören.
Es werden von extra dafür geschulten Mitarbeitern spezielle Gruppenführungen für blinde und sehbehinderte Gäste angeboten, aber auch für Einzelbesucher soll ein geführter Rundgang möglich sein. Blindenführhunde sind erlaubt.

Foto: Holzmodell der Warener Innenstadt inkl. der angrenzenden Seen
Foto: Holzmodell der Warener Innenstadt
Foto: Teil des Stammes einer 1.200 Jahre alten Ivenacker Eiche
Foto: Stamm der einer Ivenacker Eiche
Foto: Reliefkarte des Erdgeschosses, links Beschriftungen in Braile und Pyramidenschrift, rechts farblich abgesetzt die Ausstellungsbereiche des Erdgeschosses
Foto: Reliefkarte des Erdgeschosses
Besucheradresse: Zur Steinmohle 1, 17192 Waren (Müritz) Internet:Müritzeum

Ozeanum Stralsund

Wer sich in Stralsund aufhält, sollte einen Besuch in „Europas Museum des Jahres 2010“ nicht versäumen. Das Ozeaneum steht auf der Hafeninsel und ist vom Hauptbahnhof aus in etwa 20 min zu Fuß erreichbar. Der Weg führt quer durch die Altstadt mit ihren Fußgängerzonen. Im Gegensatz zum Meeresmuseum wurden hier hauptsächlich die nordischen Meere zum Thema gemacht. Es gibt zahlreiche Bewohner dieser Gewässer ausgestopft oder nachgebildet hinter Vitrinen oder schwimmend in Aquarien zu bewundern.

Die Reise durch die Aquarienwelt führt vom Stralsunder Hafenbecken über die Nordsee bis hin zum Nordpolarmeer. Eine Attraktion ist z. B. der Tunnel „Helgoland“.
Außerdem gibt es Dauerausstellungen zum Thema Ostsee, Wasserplanet Erde, Erforschung und Nutzung der Meere, Vielfalt des Lebens im Weltmeer und die Riesen der Meere. Im Museum werden nicht nur Exponate gezeigt sondern auch modernste Forschungsergebnisse bekannt gemacht, Zusammenhänge erklärt und auf die Probleme hingewiesen die Umweltverschmutzung, Überfischung und Schiffahrt mit sich bringen. Für die kleinen Besucher gibt es das „Kindermeer“.

Am 12. Juli wurde auf der Dachterrasse des Ozeaneums ein Freigehege eingeweiht, wo 9 Humboldt-Pinguine ein neues zu Hause in luftiger Höhe gefunden haben. Sie bekommen hier oben so einiges geboten, wie einen beheizbaren Brutfelsen mit Höhlen und einen Unterwasserbereich mit 120 000 Litern gekühltem Salzwasser. Das Gehege kann von den Besuchern umrundet werden. Durch Glasscheiben lassen sich die Vögel im schwarzen Frack beim Schwimmen beobachten. Anschließend können sich die „Botschafter ihrer bedrohten Art“ ihr Gefieder vom Ostseewind trockenpusten lassen.

Leider ist dies alles kaum für sehbehinderte und noch weniger für blinde Besucher erfaßbar. Die Beschilderung ist teilweise für Sehende kaum lesbar und auf manchen Strecken ist es extrem dunkel. Audioguides sollen in Arbeit sein. Trotzdem haben wir das Ozeaneum mit auf unsere Seite gestellt, da sich immerhin in Sachen Sehbehinderten- und Blindenfreundlichkeit einiges tut: Als Orientierungshilfe wurden helle Pfeile auf den Boden aufgebracht und an den Handläufen gibt es Beschriftungen in Punktschrift. Die meisten Treppenkanten wurden kontrastreich und rutschfest gestaltet und die Beleuchtung teilweise ein wenig verbessert. Allerdings wäre es momentan eher nicht zu empfehlen, ohne sehende Begleitperson durch das Ozeaneum zu laufen. Besucht man es allein, wäre sicher die Teilnahme an einer der öffentlichen Führungen eine gute Alternative. Blindenführhunde sind erlaubt. Ein paar Dinge gibt es zum Begreifen, wie einen großen taktilen Globus, an welchem die Topografie der Meere dargestellt wird. In der Ausstellung „Ostsee – das Meer in unserer Mitte“ zeigt ein Reliefmodell den Besuchern wie abwechslungsreich die Beschaffenheit des Ostseebodens mit seinen vielen Becken und Schwellen ist. Leider gibt es keine Punktschriftbeschriftunungen. Taktil erfassen läßt sich auch die „Geo“, das erste bemannte deutsche Forschungstauchboot. Vereinzelt wurden Filmecken eingerichtet, wo man einem Kurzbeitrag zuhören kann. In der Ausstellung „Riesen der Meere“ kann man bequem von einer Liege aus während einer Multimediainszinierung Walgesängen und Informationen über die größten Meeressäuger sowie über dessen Bedrohung durch den Menschen lauschen. Diese Ausstellung wurde in Zusammenarbeit mit „Greenpeace“ realisiert.

Der Meeresboden des taktilen Globusses wird kurz vor der Westküste Amerikas durch Janas Hand ertastet
Taktiler Globus
Eine riesige Qualle in einer Glasvitrine. Diese ist vor blauem Hintergrund angebracht und von oben beleuchtet. An einer blauen Wand befindet sich ein Text zu den Quallen. Die Qualle hat sehr lange Nesseln, oben ist sie breit rund und leicht rosafarben.
Qualle

Besucheradresse:
Hafenstrasse 11, 18439 Stralsund
Internet:Ozeaneum Stralsund