Archiv der Kategorie: Tastmodelle einzelner Gebäude

Tastmodelle der Stralsunder Klöster

Im Rahmen des Projektes „Stralsund blind verstehen“ entstanden Tastmodelle der 3 Klöster der Hansestadt, St. Katharinen, St. Heilgeist und St. Johannis, welche wir nach und nach aufsuchen und hier vorstellen wollen:

Das Katharinenkloster befindet sich in Mitten der Altstadt und beheimatet heute die beiden bedeutensten Museen der Stadt: Das Meeresmuseum (in der Hallenkirche) und das Kulturhistorische Museum (in der ehemaligen Klausur). Im Kulturhistorischen Museum befinden sich 2 Modelle des ehemaligen Klosters St. Katharinen. Eins davon ist besser ausgearbeitet, filigraner und steht gut beleuchtet in einer Glasvitrine in der Nähe des Eingangs. Das Tastmodell jedoch steht am Anfang des dunklen Kreuzgangs um die Ecke. Auf einem ca. 80 cm hohem, fast runden Holztisch von etwa 1,20 m Durchmesser kann man die einzelnen Gebäude der Anlage und die umgebenden Bäume (Vorsicht die pieken) erkunden. Diese bestehen zum größten Teil aus Holz. Links daneben ist ein Pultständer aufgebaut, wo man etwas über die Geschichte des ehemaligen Klosters in Großdruck und Brailleschrift erfährt. Letztere wurde auf eine durchsichtige Folie aufgebracht und über die Schwarzschriftausführung gelegt. Das Kulturhistorische Museum bietet leider laut Aussage des Personals keine Tastobjekte und/oder Audioguides, allerdings können zu speziellen Führungen für sehbehinderte und blinde Besuchergruppen einzelne Objekte aus den Vitrinen geholt und abgetastet werden.

Besucheradresse: Katharinenkloster, Mönchstraße 25, 18439 Stralsund.

Foto: Tastmodell des Klosters St. Katharinen, im Vordergrund die ehemalige Musikschule in einem oker. Die Backsteingebäude im Hintergrund zeigen das Meeresmuseum sowie die Kapelle.
Foto: Tastmodell des Klosters St. Katharinen

Stralsunder Kirchen als Tastmodelle

Von Februar 2007 bis Herbst 2008 wurde das vom Kreisdiakonischen Werk Stralsund konzipierte Projekt „Stralsund blind verstehen“ betrieben. Mit dessen Verwirklichung waren durchgängig ca. 100 langzeitarbeitslose Frauen und Männer beschäftigt. Unterstützt wurde es durch die Hansestadt Stralsund, die Agentur für Arbeit, das Arbeitsministerium MV und private Spender. Die Erlebnisausstellung befand sich in der Wolfgang-Heinze-Schule. Dazu gehörte eine Dunkelausstellung, in der sehende Besucher in die Rolle von nicht sehenden Menschen schlüpfen und die Stralsunder Innenstadt unter fachkundiger Führung mit den verbliebenen Sinnen erleben konnten. Außerdem gehörte die Hanseausstellung zum Projekt, wo in Braille- und Schwarzschrift die Geschichte von Stralsund erzählt wurde. Hierzu gehörten Tastmodelle von Sehenswürdigkeiten der Stadt, wie Kirchen und Giebelhäuser.

Wir haben uns auf die Spuren von „Stralsund blind verstehen“ begeben, um herauszufinden, was daraus geworden ist und wo diese Tastmodelle geblieben sind. Unsere Anfrage bei der Touristinformation brachte nur das Ergebnis, dass wir zu einer Modellausstellung geschickt wurden, wo allerdings das meiste in Vitrinen versteckt ist und der Rest nicht berührt werden darf. Erst ein Tip eines blinden Einwohners brachte uns dazu, uns mal in den 4 Kirchen der Stadt umzusehen. Und tatsächlich, da standen sie: originalgetreue Tastmodelle, vorwiegend aus Holz und Metall gefertigt, im Maßstab 1:125, ein jedes aufgestellt im dazugehörigen Originalbauwerk. Also statteten wir der Nikolai-, der Heilgeist-, der Marien- und der Jacobikirche einen Besuch ab und wurden jedesmal fündig. Natürlich haben wir diese Entdeckung umgehend den Angestellten der Touristinformation mitgeteilt, die ganz überrascht waren. Leider sieht es momentan nicht nach einer Fortsetzung von „Stralsund blind verstehen“ aus, da angeblich die Räumlichkeiten fehlen. Aber vielleicht passiert ja noch ein Wunder.

Foto: Tastmodell St. Nikolai. Es zeigt die zwei imposanten Türme, die das mittlere Kirchenschiff einfassen. Der rechte Turm besitzt eine Turmspitze, die den Wetterhahn trägt. Der linke Turm hingegen ist abgeflacht. Das Modell zeigt das Backsteinmauerwerk und das kupferfarbene Dach.
Foto: Tastmodell St. Nikolai

Foto: Tastmodell der Heilgeistkirche. Das Foto zeigt die Heilgeistkirche von schräg von vorn, so dass die linke Seite der Kirche ebenfalls vollständig zu sehen ist. Das detaillierte Modell zeigt die Mauersteine sowie die Dachziegel dieser eher kleinen Kirche sehr deutlich.
Foto: Tastmodell Heilgeistkirche

Foto: Tastmodell der St. Marienkirche von schräg hinten aufgenommen, so dass eine komplette Seite der Kirche mit dem aufwendigen Dach zu sehen ist. Die Mauern der Kirche sind rot und das Dach nebst der Turmspitzen bronze.
Foto: Tastmodell St. Marienkirche

Besucheradresse:
Jacobikirche: Jacobiturmstraße, 18439 Stralsund
Nikolaikriche: Alter Markt, 18439 Stralsund
St. Marienkirche: Marienstraße 4, 18439 Stralsund
Heilgeistkirche: Wasserstraße, 18439 Stralsund

Internet:Tourismuszentrale der Hansestadt Stralsund

Ozeaneum Stralsund

Im Foyer des Ozeaneums befindet sich hinten rechts nach dem Kassenbereich ein taktiles Modell dieses Gebäudes.
Es besteht aus Holz mit einem Überzug aus dünnem Blech und wurde im Maßstab 1:100 angefertigt.
Es stellt eine orginalgetreue Nachbildung des neumodernen Baus auf der Hafeninsel dar. Es verschafft einen guten Überblick über dessen außergewöhnliche äußere Form. Bei den Einheimischen wird die Architektur mit zwei nebeneinander stehenden Toilettenpapierrollen verglichen. Der Volksmund nennt das Ozeaneum deshalb auch „Klorolle“.

Das Tastmodell des Ozeaneums schräg von oben fotografiert. Das Bild zeigt die besondere Form des Ozeaneums, aus Richtung Innenstadt kommend
Tastmodell des Ozeaneums in Stralsund