Ozeanum Stralsund

Wer sich in Stralsund aufhält, sollte einen Besuch in „Europas Museum des Jahres 2010“ nicht versäumen. Das Ozeaneum steht auf der Hafeninsel und ist vom Hauptbahnhof aus in etwa 20 min zu Fuß erreichbar. Der Weg führt quer durch die Altstadt mit ihren Fußgängerzonen. Im Gegensatz zum Meeresmuseum wurden hier hauptsächlich die nordischen Meere zum Thema gemacht. Es gibt zahlreiche Bewohner dieser Gewässer ausgestopft oder nachgebildet hinter Vitrinen oder schwimmend in Aquarien zu bewundern.

Die Reise durch die Aquarienwelt führt vom Stralsunder Hafenbecken über die Nordsee bis hin zum Nordpolarmeer. Eine Attraktion ist z. B. der Tunnel „Helgoland“.
Außerdem gibt es Dauerausstellungen zum Thema Ostsee, Wasserplanet Erde, Erforschung und Nutzung der Meere, Vielfalt des Lebens im Weltmeer und die Riesen der Meere. Im Museum werden nicht nur Exponate gezeigt sondern auch modernste Forschungsergebnisse bekannt gemacht, Zusammenhänge erklärt und auf die Probleme hingewiesen die Umweltverschmutzung, Überfischung und Schiffahrt mit sich bringen. Für die kleinen Besucher gibt es das „Kindermeer“.

Am 12. Juli wurde auf der Dachterrasse des Ozeaneums ein Freigehege eingeweiht, wo 9 Humboldt-Pinguine ein neues zu Hause in luftiger Höhe gefunden haben. Sie bekommen hier oben so einiges geboten, wie einen beheizbaren Brutfelsen mit Höhlen und einen Unterwasserbereich mit 120 000 Litern gekühltem Salzwasser. Das Gehege kann von den Besuchern umrundet werden. Durch Glasscheiben lassen sich die Vögel im schwarzen Frack beim Schwimmen beobachten. Anschließend können sich die „Botschafter ihrer bedrohten Art“ ihr Gefieder vom Ostseewind trockenpusten lassen.

Leider ist dies alles kaum für sehbehinderte und noch weniger für blinde Besucher erfaßbar. Die Beschilderung ist teilweise für Sehende kaum lesbar und auf manchen Strecken ist es extrem dunkel. Audioguides sollen in Arbeit sein. Trotzdem haben wir das Ozeaneum mit auf unsere Seite gestellt, da sich immerhin in Sachen Sehbehinderten- und Blindenfreundlichkeit einiges tut: Als Orientierungshilfe wurden helle Pfeile auf den Boden aufgebracht und an den Handläufen gibt es Beschriftungen in Punktschrift. Die meisten Treppenkanten wurden kontrastreich und rutschfest gestaltet und die Beleuchtung teilweise ein wenig verbessert. Allerdings wäre es momentan eher nicht zu empfehlen, ohne sehende Begleitperson durch das Ozeaneum zu laufen. Besucht man es allein, wäre sicher die Teilnahme an einer der öffentlichen Führungen eine gute Alternative. Blindenführhunde sind erlaubt. Ein paar Dinge gibt es zum Begreifen, wie einen großen taktilen Globus, an welchem die Topografie der Meere dargestellt wird. In der Ausstellung „Ostsee – das Meer in unserer Mitte“ zeigt ein Reliefmodell den Besuchern wie abwechslungsreich die Beschaffenheit des Ostseebodens mit seinen vielen Becken und Schwellen ist. Leider gibt es keine Punktschriftbeschriftunungen. Taktil erfassen läßt sich auch die „Geo“, das erste bemannte deutsche Forschungstauchboot. Vereinzelt wurden Filmecken eingerichtet, wo man einem Kurzbeitrag zuhören kann. In der Ausstellung „Riesen der Meere“ kann man bequem von einer Liege aus während einer Multimediainszinierung Walgesängen und Informationen über die größten Meeressäuger sowie über dessen Bedrohung durch den Menschen lauschen. Diese Ausstellung wurde in Zusammenarbeit mit „Greenpeace“ realisiert.

Der Meeresboden des taktilen Globusses wird kurz vor der Westküste Amerikas durch Janas Hand ertastet
Taktiler Globus
Eine riesige Qualle in einer Glasvitrine. Diese ist vor blauem Hintergrund angebracht und von oben beleuchtet. An einer blauen Wand befindet sich ein Text zu den Quallen. Die Qualle hat sehr lange Nesseln, oben ist sie breit rund und leicht rosafarben.
Qualle

Besucheradresse:
Hafenstrasse 11, 18439 Stralsund
Internet:Ozeaneum Stralsund

Ein Gedanke zu „Ozeanum Stralsund“

  1. Die Pinguine waren mir neu. Der Meeresglobus und die tastbare Oberflächengestalt der Ostsee haben mich schwer beeindruckt. Schon deswegen zieht es mich mal wieder ins Ozeaneum.
    Eure Berichte sind klasse. Hoffentlich werden sie auch von denen gelesen, die sich all das für ihre Arbeit zu Herzen nehmen sollten.

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