Kulturhistorisches Museum Rostock

Rostock, die weltoffene und traditionsreiche Hanse- und Universitätsstadt an der Warnow, ist die größte Stadt in Mecklenburg-Vorpommern.

Vom nahezu barrierefrei ausgestatteten Hauptbahnhof gelangt man mit der Straßenbahn oder in ungefähr 20 Gehminuten in die Fußgängerzone in der mittelalterlichen Altstadt.
Dafür verlässt man das Bahnhofsgebäude durch den Nordausgang und wendet sich zunächst nach links. Man folgt dem Straßenverlauf bis zu einer Ampelkreuzung. Hier überquert man die Straße nach rechts und geht nun immer geradeaus, bis zum Anfang der Fußgängerzone.

In der Rostocker Altstadt, nur wenige Meter vom Kröpeliner Tor entfernt, befindet sich der Universitätsplatz.
In dessen Mitte steht der „Brunnen der Lebensfreude“.

An der Seite des Uni-Hauptgebäudes führt ein unauffälliger Durchgang zum Kloster Zum Heiligen Kreuz.
In der unversehrten, dörflich anmutenden Klosteranlage hat das Kulturhistorische Museum seinen Sitz.
Es ist die Schatzkammer der Hafenstadt und umfasst zahlreiche Gemälde, Grafiken sowie Plastiken vom Mittelalter bis zum 20. Jahrhundert. Der zweite Schwerpunkt der Ausstellung sind die umfangreichen kulturgeschichtlichen Bestände.

Betritt man das Foyer, so steht links, etwa 5 m vom Eingang entfernt, eine pultartige Orientierungstafel.
Hergestellt wurde sie von Werner Klonz, BAUM Retec AG.
Die Orientierungstafel verschafft blinden und sehbehinderten Besuchern einen Überblick über das verzweigte Erdgeschoss des Museums.
Der Grundriss wurde als kontrastreiches, gut tastbares Relief auf die Tafel aufgebracht.
Rechts daneben befindet sich eine erläuternde Legende in farblich gut abgesetzter, großer Pyramiden- und Brailleschrift.
Dem unermüdlichen Engagement der Gebietsgruppe Rostock des Blinden- und Sehbehindertenvereins ist dieser erste Schritt in Richtung Barrierefreiheit für blinde und sehbehinderte Besucher zu verdanken.

Obwohl zahlreiche Ausstellungsstücke gut erreichbar zum Abtasten aufgestellt sind, wie Holztruhen und verschiedene Plastiken, und somit geradezu zum Begreifen einladen, dürfen sie nicht berührt werden.
Wir haben angeregt, dies zukünftig Besuchern mit einer Seheinschränkung bei einigen Objekten mit speziellen Stoffhandschuhen zu erlauben. Es ist geplant, einen Audioguide zur Ausleihe anzubieten, welcher Informationen für alle zugänglich machen soll.

Besucheradresse:
Kulturhistorisches Museum Rostock, Klosterhof 7, 18055 Rostock
Kontakt: Telefon: 0381 203590, Internet: Kulturhistorisches Museum Rostock

Bild: Tasttafel des Kulturhistorischen Muserum
Bild: Tasttafel des Kulturhistorischen Muserum
Bild: Figuren der drei heiligen Könige, vollständig vergoldet.
Bild: Exponat Drei Heilige Könige

Erdölbohrungen in der Ostsee

Erdölförderung in Vorpommern – das ist nichts neues! Bereits in den sechziger Jahren wurde in Reinkenhagen bei Grimmen und bei Lütow auf Usedom Öl gefördert. Bis heute sind bei Lütow 7 Fördersonden aktiv, auch wenn diese nur noch sehr geringe Mengen Erdöl zu Tage fördern. Die Forschungsergebnisse der Geologen sowie Gesteinsproben aus DDR-Zeiten wurden damals sorgfältig kartiert und dokumentiert. Spezialisten einer Erdölfirma brauchen diese also nur zu sichten um einschätzen zu können, wo sich Probebohrungen in größeren Tiefen, als es damals technisch möglich war, lohnen. Seit März 2011 sucht die Central European Petroleum (CEP) intensiv nach dem „schwarzen Gold“ in Vorpommern. Dafür wird ein Bohrer ins Erdreich versenkt, welcher 30 Meter in den Himmel ragt und für jeweils 3 Monate dort verbleibt. Lohnt sich die Förderung, werden Förderpumpen aufgestellt. Nach den erfolgversprechenden Probebohrungen bei Saal-Barth wird nun auch bei Pudagla unter dem Achterwasser und Lütow auf Usedom probegebohrt. Nach dem Abschluss dieser Probebohrungen wird voraussichtlich 2012 mit der Erkundung des Felds, einem ca. 20 km großem Areal zwischen Stralsund und Pasewalk, begonnen. Die Genehmigung liegt bereits vor. Gebohrt wird erst vertikal und dann horizontal. Insgesamt kommt man so auf eine Bohrstrecke von rund 3 km. Es gibt Befürchtungen, dass CEP Chemikalien in das Erdreich presst, um es an die Oberfläche zu bekommen.

Aber auch vor den Küstengewässern der Ostsee macht CEP nicht Halt. Bereits zwischen 1969 und 1970 hatte die Firma Untersuchungen und Förderversuche im Greifswalder Bodden unternommen, welche allerdings negativ verliefen. Übrig geblieben sind davon bis heute die Überreste der Plattformen. CEP hat nun Offshore-Erkundungsarbeiten u. a. im Bereich der Oderbank östlich von Rügen, welche Teil des europäischen Meeresschutzsystems „Natura 2000“ ist, beantragt. Das wird vor allem von Umweltschutzverbänden, wie dem BUND, sehr kritisch betrachtet, auch wegen der dort lebenden Schweinswale. Das Genehmigungsverfahren wurde im September 2011 aufgenommen und uns bleibt nur zu hoffen, dass die Umwelt- und Naturschutzverbände in die Entscheidungsfindung tatsächlich mit eingebunden werden. Das Land soll mit 10 % am Gewinn beteiligt werden. Ob die allerdings auch reichen um eventuelle Umweltschäden zu sanieren, darf bezweifelt werden.

Mehr Informationen unter: http://gruppen.greenpeace.de/greifswald/oel.html Kampagne zum mitmachen: http://www.greenaction.de/kampagne/oel-bohrung-im-naturschutzgebiet

Audiorundgang durch die Wismarer Altstadt 2012

Wir haben unseren „Stadtrundgang Wismarer Altstadt“ vom 17.12.2010 überarbeitet, ergänzt und noch einmal im Daisy-Format erstellt. Diesmal lesen wir ihn allerdings nicht selber, wir lassen lesen: Dafür nutzen wir zwei hochwertige synthetische Stimmen. Während sich die männliche Vorlesestimme mit den Überschriften und den Namen von Sehenswürdigkeiten begnügen muss, darf die weibliche Stimme die Texte lesen. Selbstverständlich sind wir bemüht, den Rundgang regelmäßig zu aktualisieren.

Und so kommen Sie zu dem Rundgang (aktualisiert am 04. April 2012):
Schritt 1: Klicken Sie auf den nachfolgenden Link, um den Rundgang auf den PC herunter zu laden Rundgang herunterladen.
Schritt 2: Entpacken Sie das ZIP-Archiv.
Schritt 3: Starten Sie Ihren Daisy-Player, suchen Sie das Buch und öffnen Sie es.

Viel Freude beim Ausprobieren,

Ihr Ostsee-Spezial Team

Foto: Jana erfühlt Nix und Nixe an der Wismarer Wasserkunst. Während graue Wolken am Himmel aufziehen tauchen die Strahlen der tiefstehenden Sonne das Gold der Wasserkunst und Janas Haare in ein warmes, goldenes Licht. Im Hintergrund sind auch noch einige Giebel von historischen Stadthäusern zu sehen, deren Farben leuchten.
Foto: Jana an der Wasserkunst

Die Zukunft der Ostsee

Die Ostsee hat verschiedene Namen: Hier, in Mecklenburg Vorpommern, nennt man sie einfach nur „die See“, in anderen Bundesländern ist sie „das Meer“. Die internationale Bezeichnung ist Baltisches Meer bzw. Baltic Sea. Die Ostsee ist tatsächlich ein Binnenmeer und das größte Brackwassermeer der Erde. Sie verläuft von der Flensburger Förde im Westen, über den Bottnischen Meerbusen im Norden, zum östlichsten Punkt bei Sankt Petersburg bis zum Stettiner Haff im Süden. Die Anrainerstaaten sind: Deutschland, Dänemark, Polen, Litauen, Lettland, Estland, Russland, Finnland und Schweden. Zahllose Flüsse münden in die Ostsee, die größten von ihnen sind: Oder, Weichsel, Memel, Düna, Newa und die Torneälven. Die Ostsee ist bis zu 459 m tief und besitzt eine Durchschnittstiefe von 52 m. Sie ist, im Gegensatz zur Nordsee, sauerstoff- und artenarm und deshalb auf Wasseraustausch mit dieser angewiesen. Für den Wasser- und Sauerstoffaustausch in den Tiefwassergebieten der Ostsee sind Sturmfluten wichtig, wobei Nordseewasser und das darin enthaltene Salz über die Beltsee in die Ostsee gelangt. Diese Ereignisse werden immer seltener. Das Resultat ist ein Sauerstoffmangel in der Ostsee, welcher zum Absterben von Organismen und dadurch auch von Fischeiern und -larven führt. Doch nicht nur fehlender Wasseraustausch verursacht Sauerstoffmangel, auch Einleitungen von Abwässern tragen zum Sterben der Ostsee bei. Dazu gehören vor allem Rückstände aus Land- und Tierwirtschaft, aus Überdüngung der Felder mit Stickstoff zur Ertragssteigerung und Amoniak aus den immer größer werdenden Tierfabriken. Schwedische Experten sind auf dem Grund der Ostsee auf immer mehr tote Böden gestoßen. Auch die aus der Verunreinigung resultierende Blaualgenblüte, welche auch im letzten Sommer wieder zahlreiche Strände vor allem die der Ferieninsel Usedom und des Greifswalder Boddens verunreinigt hat, trägt zur Verschlechterung der Lebensbedingungen im Wasser bei. Die Blaualgen sind außerdem gesundheitsgefährdent für Mensch und Tier.

Am 14.12.2011 präsentierten Ostseeforscher in Rostock/Warnemünde das Ergebnis ihrer dreijährigen Forschung zur Zukunft der Ostsee vor Vertretern der Umweltbehörden:

„Sollte der Fleischverzehr der Bevölkerung in den Ostseeanrainerstaaten weiter so ansteigen, wie es derzeit prognostiziert wird, rücken die Ziele der Umweltpolitik, so wie sie im Ostsee Aktionsplan festgelegt sind, in weite Ferne.

Dies ist nur ein Ergebnis des europäischen Projektes AMBER, in dem WissenschaftlerInnen aus zehn Forschungseinrichtungen der Frage nachgegangen sind, ob und, wenn ja, wie sich der Klimawandel einerseits und die anhaltende Überdüngung andererseits, in ihrer Kombination auf das Ökosystem Ostsee auswirken.

Die Forscher gingen in einem dreifachen Ansatz vor:

  • Mithilfe der Analyse historischer Langzeitdaten wurden die Möglichkeiten und Grenzen der Vorhersagbarkeit von Veränderungen des Ökosystems ausgelotet.
  • Gekoppelte Klimamodelle und Landnutzungsmodelle errechneten Szenarien
    zukünftiger Umweltzustände.
  • Gezielte Messkampagnen widmeten sich dem Einfluss der Überdüngung auf
    die Küstengewässer im Lichte des Klimawandels.

Am Mittwoch, den 14. Dezember 2011 stellten die an AMBER beteiligten WissenschaftlerInnen ab 10 Uhr ihre Ergebnisse im Rahmen eines Workshops im Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde einem geladenen Publikum aus Journalisten, Vertretern der Umweltbehörden, Interessensverbänden der Fischerei- und Landwirtschaft sowie Ingenieurbüros vor. Am Nachmittag, ab 14:15 Uhr, wurde im Rahmen einer Podiumsdiskussion der Frage „Wie kommen wissenschaftliche Erkenntnisse zur Politik?“ nachgegangen.“
Quelle: IOW-Presseerklärung vom 13.12.2011

Besuch im ehemaligen AKW Lubmin

Lubmin ist ein attraktives Urlauberörtchen mit einem 5 km langen, feinen Sandstrand. Eine Promenade zieht sich östlich der 350 m langen Seebrücke bis hin zum Küstenwald. Dort mündet sie in einen festen Sandweg, der sich in Richtung Marina durch hügeliges Gelände zieht. In westlicher Richtung führt ein Holzsteg hinter den Dünen entlang. An jedem Ende des Strandes gibt es einen Hundestrand und 2 FKK-Bereiche.
Im Ort, nahe des Strandes, findet man nette Cafes und Gaststätten.
Alles ist relativ beschaulich, nicht so überlaufen wie während der Saison in den Ostseebädern. Vor allem Familien mit kleinen Kindern genießen den schönen Strand und den seichten Bodden.

Das Seebad liegt zwischen Greifswald und Wolgast und ist von beiden Städten aus mit dem Bus gut erreichbar. Es gibt zwar auch eine Bahnstrecke zwischen Lubmin und Greifswald, doch wird diese nur noch für den Güterverkehr genutzt, u. a. für Castortransporte ins Zwischenlager.
Etwa 5 km außerhalb des Ortes, in Nachbarschaft zur Marina, steht das ehemalige Atomkraftwerk (AKW). Wochentags halten die Busse direkt vor dem Informationszentrum der Energiewerke Nord (EWN GmbH). Diese sind die Rechtsnachfolger des ehemaligen Kombinates Kernkraftwerk Bruno Leuschner und mit dessen Rückbau beauftragt. Zu den Aufgaben der EWN gehören nicht nur Stilllegung und Rückbau der Kernkraftwerke in Lubmin und Reinsberg, sondern auch die Zerlegung und Behandlung der während des Abbaus anfallenden, radioaktiven Stoffe, deren Zwischenlagerung und langfristige Zuführung zum zukünftigen Bundesendlager. Ein solches existiert allerdings bis heute noch nicht.
Mit einem mulmigen Gefühl, Tschernobyl ist noch nicht vergessen und Fukushima immer noch in den Schlagzeilen ausgesuchter Medien, betreten wir das Betriebsgelände und gelangen ins Informationszentrum.
Hier finden, je nach Besucherandrang, Vorträge zur Vergangenheit des AKWs und zur Gegenwart als Zwischenlager statt. Doch unser Interesse gilt vor allem der Ausstellung. Es gibt zahlreiche Modelle vor allem aus dem AKW Lubmin, hoffentlich nur Nachbauten, die berührt werden können. Wäre jemand hinter dem Infoschalter gewesen, so hätten wir sicher auch Erläuterungen hierzu bekommen.
Wir haben eine Führung durch Block 6 gebucht. Wir haben Glück, denn wir sind an diesem Tag die Einzigen, die sich angemeldet haben.
Im größten, ehemaligen Kernkraftwerk der DDR waren zwischen 1973 und 1990 4 Blöcke in Betrieb. Von 1984 bis 1989 waren 4 weitere Blöcke in Bau, wovon nur Block 5 in Probebetrieb genommen wurde. Einst arbeiteten ca. 10.000 Menschen hier, heute sind 1.000 mit dem Rückbau beschäftigt.

Unser Guide holt uns mit dem Auto vom Informationszentrum ab. Wir passieren ein Tor mit Pförtner, wo wir Ausweise erhalten. Dann parken wir vor einem riesigen, fensterlosen, betongrauen Gebäude und betreten Block 6.
Unser Guide überreicht uns einen Helm, den ich später noch zu schätzen lernen soll. Die Besichtigung der Druckwasserreaktoranlage beginnt.
Erst ist der Guide etwas skeptisch, ob er mit uns überhaupt alles so begehen kann wie gewohnt, doch sind seine Bedenken schnell zerstreut. Allerdings wäre es für einen blinden Besucher ohne Begleitung mit Sehrest kaum möglich, den Rundgang selbstständig und im erforderlichen Tempo durchzuführen. Es gibt doch zahlreiche große Absätze, Schwellen und Treppen, welche allerdings mit einem Kontraststreifen markiert sind. Der Durchgang ist auch teilweise etwas niedrig…
Folgende Stationen sind Teil der Besichtigung: Geberraum, Neutronenfluss, Deckenprüfer, Strahlenschutz, Zuspeisepumpe, Treppengänge, Schleuse, Bedienkorredor, Ventilkammer, Lüftergeschoss, Pumpenringraum, Reaktor, Druckhalter, Nasskondensation, Dampferzeuger sowie Gasfallen. Alles wirkt gewaltig.
Mit viel Einfühlungsvermögen lässt uns der Guide, welcher zu DDR-Zeiten als Schlosser das Kernkraftwerk mit aufgebaut hat und es jetzt wieder demontieren muss, hier und da Bauteile abtasten.
Wir können uns von der Dimension der Kraftwerksausrüstung und den ingenieurtechnischen Leistungen zur Gewinnung von Kernenergie ein Bild machen. Wir erfahren, dass in jeden der letzten 4 Reaktorblöcke jeweils 1,3 Mrd Mark investiert worden sind und dass 85 % der technischen Ausrüstung allein der Sicherheit dienen sollten. Nach dem Reaktorunfall in Tschernobyl waren die Sicherheitsmaßnahmen ständig erhöht worden, was die lange Bauzeit erklärt.
Dass das AKW angeblich kurz vor der Wende vor einem Super-GAU stand, konnte er absolut nicht bestätigen und tat das als Unsinn ab. Er klärte uns über die doch massiven Unterschiede zwischen den Reaktoren in Tschernobyl und Lubmin auf.
Die 90 minütige Führung war für uns sehr lohnenswert. Wir waren von der ausgeklügelten Technik beeindruckt, staunten über die gewaltigen Anlagen und bedauerten schon fast die unglaubliche Verschwendung von so viel Geld, Resoursen, Arbeitskraft und technischem Aufwand, welche in die letzten 4 Blöcke umsonst investiert worden waren.

Nur: So sicher ein AKW auch zu sein scheint, eine 100 prozentige Sicherheit gibt es nicht, und wenn etwas passiert, was dann?! Und dann bleibt auch immer noch die Frage: Wohin mit dem Atommüll?! Das radioaktive Isotop Selen 79 soll immerhin eine Halbwertszeit von 327.000 Jahren haben.

Kontaktdaten:
Informationszentrum der EWN-GmbH, 17507 Lubmin
Tel.: 038354 – 40,
Mail: poststelle@ewn-gmbh.de oder info@ewn-gmbh.de
Webseite: www.ewn-gmbh.de
Der Eintritt ins Informationszentrum sowie die Führung durch Block 6 sind kostenlos. Für die Führung muss man sich anmelden.

Reaktormodell WWER-440
Reaktormodell WWER-440
Betonstücke der Reaktorhülle
Beton der Reaktorhülle
Schautafel mit einer Gegenüberstellung der Reaktoren von Tschernobyl und dem KKW Lubmin
Gegenüberstellung der Reaktoren von Tschernobyl und dem KKW Lubmin
Messinstrument Radiometer
Radiometer
Puppe mit Strahlenschutzkleidung
Schutzkleidung
Uranylnitrat - eine gelbliche Flüssigkeit in einem Fläschchen
Uranylnitrat
VEK-Kokille
VEK-Kokille
Modell eines Brennelements
Modell eines Brennelements
Querschnitt eines Castorbehälters
Querschnitt eines Castorbehälters

Unser zukünftiges Logo

Endlich haben wir ein Logo für Ostsee-spezial gefunden: Er ist grau, 1,50 bis 1,90 m lang, er besitz eine kleine, dreieckige Finne und kommt in der Ostsee vor – der Schweinswal. Er ist der einzige, heimische Wal und verwandt mit den Delphinen. Früher lebte er zurückgezogen und scheu, doch wird heute immer wieder von Seglern berichtet, dass ihre Boote von spielenden Schweinswalen mit ihren Jungen begleitet wurden, ganz nach Delphinart. Seinen Namen hat der Schweinswal vermutlich von seiner kurzen Schnauze, mit der er den Meeresgrund umwühlt, um Plattfische aufzustöbern. Wie alle Zahnwale gibt er Klicklaute von sich, die Echo-Ortungslaute, die je nach Situation in der Geschwindigkeit variieren können. Zur Kommunikation untereinander nutzen die Schweinswale einen Laut, der an das Zirpen von Vögeln erinnert. Schweinswale sind in Schulen von nur 3 bis 4 Tieren unterwegs. Sie halten sich eher im flachen, küstennahem Gewässer auf. Die Population in der Ostsee ist so klein, dass sie als vom Aussterben bedroht gilt. Die größte Bedrohung für die Schweinswale geht von den Fischernetzen der Menschen aus. Große Probleme bringen auch die Verlärmung, Vermüllung und Vergiftung der Meere mit sich. Greenpeace will mit verschiedenen Aktionen zur Rettung der Schweinswale beitragen. So wurden z. B. im Wasserschutzgebiet „Natura 2000“ in der Nordsee dreihundert Findlinge versenkt, um u. a. die dort befindliche Kinderstube der Schweinswale vor den folgen der Grundschleppnetzfischerei zu schützen. Es besteht die Hoffnung, dass sich in einem europäischen (möglichst einem weltweiten) Netzwerk von Meeresschutzgebieten Wale, Delphine, Fische und alle anderen Meereslebewesen erholen. Als unseren Beitrag dazu haben wir an einer Unterschriftenaktion teilgenommen, die Frau Ilse Aigner zeigen soll, dass sich die Situation in unseren Meeren ganz schnell ändern muss. Außerdem haben wir den Fischratgeber von Greenpeace mitgenommen, der uns darüber informieren soll, welchen Speisefisch wir unbedenklich kaufen können, weil er nachhaltig gefangen worden ist.

Quelle: Vortrag über den Schweinswal innerhalb der Greenpeace Aktionswoche im Ozeaneum Stralsund

Modell eines gewöhnlichen Schweinswals. Der Wal ist von der Seite aufgenommen, wobei die dunkelgraue Färbung am Rücken deutlich hervorsticht. Links im Bild befindet sich die Fluke, in der Mitte die Finne und ganz rechts die Schnauze.
Modell des gewöhnlichen Schweinswals
Dieser Schweinswal hat besondere Schutzausrüstung an. So trägt er einen roten Kopfhörer, der ihn gegen den Lärm schützt. Er besitzt eine rote Schwimmweste um seine Finne, die ihm Auftrieb verschafft, wenn er sich in den Netzen verfängt, die über ihn gelegt sind. Außerdem hat er Stielaugen am Kopf, die ihm helfen Gefahren aus allen Richtungen zu erkennen. An der Schnauze trägt er noch eine Schere, mit der er die Netze zerschneiden kann.
Schweinswalmodell mit Schutzausrüstung

Eine Seefahrt ist nicht nur lustig

Kreuzfahrten mit schwimmenden Hotels, wie z. B. einem Passagierschiff von der in Rostock ansässigen Reederei Aida Cruises werden immer beliebter. Doch so ganz unbeschwert sollte man sich nicht auf eine Seefahrt begeben, denn die Luxusliner sind schwimmende Dreckschleudern:

„Ein einziges Kreuzfahrtschiff stößt während einer Fahrt umgerechnet so viele Schadstoffe aus wie 5.000.000 Autos. Neben dem Ausstoß an Kohlendioxid führen insbesondere die Rußpartikel aus den Dieselmotoren zu einer zusätzlichen Klimaerwärmung, wie Wissenschaftler nachgewiesen haben. Keiner dieser Ozeanriesen würde die Pkw-Abgasuntersuchung schaffen. Paradox, denn was an Land schon lange kontrolliert und verboten ist, bleibt auf See weitgehend unreglementiert und ungestraft. Die Schiffe werden auf hoher See fast ausnahmslos mit Schweröl angetrieben, einem Abfallprodukt der Erdölverarbeitung. Die verfügbaren Filter vertragen die Rückstände aus der Verbrennung dieses Substrats nicht. Die Schiffe nutzen also ein skandalöses Verschmutzungsprivileg. Die am schnellsten wirksamste und technisch simpelste Maßnahme zur Rußreduzierung ist aber die Verwendung von schwefelarmen Treibstoffen auf hoher See sowie in Küsten- und Hafengebieten. Damit werden nicht nur giftige Schwefel- und Stickoxid-Emissionen reduziert, sondern gleichzeitig auch der Rußausstoß.

Das Verantwortungsgefühl und der offene Umgang mit dem Abgas-Problem sind bisher auf Seiten der Reeder kaum ausgeprägt. Wer eine Kreuzfahrt bucht, soll nicht an Umweltverschmutzung, an den Klimawandel oder gar an Krebs erregende Abgase erinnert werden. Doch allmählich steht das Saubermann-Image der weißen Kreuzer auf dem Spiel. Deshalb gibt es Überlegungen, zumindest die Hilfsmotoren im Hafen mit Gas zu betreiben oder die Schiffe während der Liegezeiten an den Landstrom anzuschließen. Beides würde dazu führen, dass die Rußbelastung in den Häfen deutlich zurückginge. Zugegeben: Kreuzfahrtschiffe sind nur ein Teil des globalen Seeverkehrs, aber ein vergleichsweise sensibler. Kein Tourist möchte bewusst seinen Urlaub auf einer Dreckschleuder verbringen.“

Quelle: NABU Newsletter vom 5. Oktober 2011

Weiterführende Links zum Thema:
NABU Kampagne – Mir stinkt’s!
Telepolis Artikel: Trotz neuer Richtlinien: Schiffsabgase belasten die Umwelt stark

Strandpromenade zwischen Ahlbeck und Swinemünde

Auf der „Sonneninsel“ Usedom verbindet eine ca. 8,4 km lange Strandpromenade die Kaiserbäder Bansin, Heringsdorf und Ahlbeck. Im August wurde der 3,6 km lange Abschnitt zwischen Ahlbeck und Swinemünde (Swinoujcie) freigegeben. Damit ist die Promenade zwischen Bansin und Swinoujcie mit 12 km Länge nun die längste Europas.
Wir sind nach Ahlbeck gekommen, um uns diesen letzten Abschnitt der Strandpromenade anzuschauen, weil dort auch an blinde und sehbehinderte Personen gedacht worden sein soll. Begleitet werden wir vom Vorsitzenden des BSV Gebietsgruppe Wolgast-Usedom, der auch Mitglied im Behindertenbeirat Wolgast ist. Dieser wurde in die Planung mit einbezogen.
Wir verlassen den Ahlbecker Bahnhof durch das Bahnhofsgebäude und wenden uns nach links, bis wir kurz darauf vor einem Park auf eine Akustikampel treffen. Hier überqueren wir und folgen dem Fußweg geradeaus die Bahnhofstraße entlang, biegen nach links in die Schulzenstraße ein und an der nächsten Gabelung rechts in die Strandstraße. Dieser folgen wir nun bis zur Dünenstraße (Promenade).
Auf der Promenade angekommen, wenden wir uns nach rechts. Linkerhand würde man zur Seebrücke und dann nach Heringsdorf gelangen. Rechts säumen Villen den Weg, links verhindern Bäume und Büsche teilweise den Blick auf den Strand. Der Radweg verläuft nun strandseitig und ist durch Gebüsch bzw. Wiese vom Fußweg getrennt. Dann verlaufen beide nebeneinander her, wobei wir direkt vor den Häusern lang gehen müssen. Diese sind bald zu Ende, neben uns stehen nun Bäume. Links verläuft der Küstenwald.
Unmerklich geht der alte in den neuen Promenadenabschnitt über. Wir erkennen dies an einem anthrazitfarbenem Querungsstreifen und spüren Noppenplatten unter den Füßen bzw. unter dem Langstock. Einige Meter weiter ist ein zweiter solcher Querungsstreifen eingebaut. Folgt man einem dieser Streifen und überquert den Radweg, so steht man vor dem Anfang bzw. dem Ende eines Strandzugangs. Dieser ist mit Sperrgeländern für Fahrräder ausgestattet, welche ihrerseits als Fahrradständerersatz dienen. Der Strandzugang selber ist stufenlos. Rad- und Fußweg sind jetzt durch einen ca. 30 cm breiten, anthrazitfarbenen Pflasterstreifen voneinander getrennt, welcher auch tastbar ist. Neben dem Fußweg finden sich in regelmäßigen Abständen weiße Granitblöcke, welche als Sitzgelegenheiten dienen sollen.
An diesem Tag haben wir nur etwa die Hälfte der Promenade nach Swinoujcie zurückgelegt, weshalb es wohl eine Fortsetzung geben wird.

Bild: Eine Person steht mit ihrem Langstock auf der Noppenplatte. Im Hintergrund endet der quer über den Radweg verlaufende Markierungsstreifen an einem silberfarbenen Gitter, das eine Abgrenzung des Strandzugangs bildet. Dieser befindet sich jedoch links vom Gitter.
Bild: Person mit Langstock
Bild: Zwei Markierungsstreifen führen quer über Fuß- und Radweg. Sie bilden den Beginn und das ende eines Strandaufgangs. Rad- und Fußweg sind ebenfalls durch einen Markierungsstreifen getrennt. Auf dem ockerfarbenen Fußweg befindet sich jeweils Noppenplatten.
Bild: Markierungsstreifen

Heißes Sommeroutfit im kühlen Norden

Eigentlich gilt ja im Sommer das Motto: Je knapper das Outfit, desto besser! Wer gebräunte Haut und eine Bikinifigur hat, möchte dies schließlich auch zeigen. Wenn nicht jetzt, wann dann? Wofür hat man schließlich sonst unterm Solarium geschwitzt, sich mit Diäten herumgequält und beim Sport abgerackert?! Doch im regenverwöhnten Norden hieß das Motto im Sommer 2011 im Bezug auf das Outfit eher: Je wasserfester, desto besser! Hot Pans, Minies, Tops, Bikinis und Co waren die Ladenhüter der Saison, Gummistiefel dagegen waren vielerorts vergriffen. Anstelle der Sonnenbrille war der Regenschirm ständiger Begleiter.

Bild: Gummistiefel mit bunten Blumen und ein roter Regenschirm waren an vielen Regentagen ein wunderbarer Farbtupfer.
Bild: Sommermode 2011

Kein Hühnerland am Boddenstrand

Nach einer ca. 20minütigen Schiffstour mit der „Breege“ durch die Dänische Wiek, ein Teil des Greifswalder Boddens, sind wir vom Fischerdörfchen Wieck aus in Loissin angekommen. Die Strecke Greifswalder Museumshafen – Wieck – Ludwigsburg wird in der Saison dreimal täglich gefahren. Mit uns steigen nur wenige Passagiere aus. Uns empfängt eine idyllische Ruhe, und das nur 3 km Luftlinie von der lauten Hanse- und Universitätsstadt entfernt. Rechts vom Anleger erstreckt sich ein Ufer mit Schilfbewuchs, links schließt sich ein steiniger Sandstrand an, welcher recht einladend wirkt. Wir laufen diesen entlang und kommen nach ca. 400 m zur Gaststätte „Boddenblick“, wo man auch auf der Terrasse sitzen und teilweise auch tatsächlich selbigen genießen kann. Etwas weiter schließt sich ein Wald an, welcher zum Naturschutzgebiet gehört und wo der naturlehrpfad „Drachenreich“ der Succuw-Stiftung beginnt. Wir folgen nun der kaum befahrenen Strandstraße zurück in Richtung Bootsanleger und weiter 2 km bis nach Ludwigsburg. Hier begrüßen uns hübsche Bauernhäuser mit Reetdächern. Wir finden das letzte, im Original erhaltene Renaissanceschloss Pommerscher Herzöge aus dem 16. Jh, worum sich der Schlossverein kümmert. Zwischen Loissin und Ludwigsburg liegen riesige, mit Bäumen und Teichen aufgelockerte Ackerflächen, worauf vorwiegend Getreide und Kartoffeln angebaut werden. Jetzt, im September, sind die Felder abgeerntet, statt dessen versammeln sich zu dieser Zeit hunderte von Kranichen dort. Auch streng geschützte Kammmolche soll es hier geben. Doch mit der Idylle könnte es bald vorbei sein, da der Eigentümer eines Großteils der Flächen, ein Bauer aus dem niedersächsischen Emsland, hier mit Hilfe eines holländischen Investors eine gigantische Legehennenanlage errichten will. 150.000 Hühner sollen dann hier auf einer Fläche von 65 ha um ihr Leben scharren und Eier produzieren, bis sie zum Dank für diese Leistung als Suppenhuhn enden. Bei der geplanten Anlage soll es sich um eine Freilandhaltung handeln: Die Tiere sollen dem Plan nach in zwei Ställen untergebracht werden, wobei sie eine Freilaufmöglichkeit haben. Allerdings liegt es nicht gerade in der Natur unserer Haushühner, sich hunderte Meter vom zwar engen, aber schützenden Stall zu entfernen. Der Grund hierfür ist wohl u. a. die Angst vor Greifvögeln, wie dem Habicht.

Viele Einwohner aus dem Ort und der Umgebung sind gegen diese völlig überdimensionierte und überflüssige Anlage, die „Hühnermast statt Kranichfeld“ bedeuten würde und „Geld ins Emsland und Scheiße hier“ bringt. Auch dem Märchen von den Arbeitsplätzen glauben immer weniger.

Der Bürgermeister wird die Änderung des Flächennutzungsplans beantragen. Es hat sich die Bürgerinitiative „Kein Hühnerland am Boddenstrand“ gegründet, aus der inzwischen ein Verein mit 50 Mitgliedern entstanden ist. Es werden Protestplakate verteilt, Unterschriften und Spenden gesammelt, von denen ein Rechtsanwalt bezahlt werden soll. Zu befürchten wären z. B.: Lärm, Gestank, Bodenerosion, Übertragung von Krankheiten, Wertverlust der Immobilien und ein hohes Verkehrsaufkommen für den Abtransport von bis zu 150.000 Eiern pro Tag und 7.500 Tonnen Hühnerkot pro Jahr. Auch auf den Tourismus dürfte sich eine solche Anlage extrem negativ auswirken. Niemand braucht außerdem Massentierhaltung und die damit verbundene Tierquälerei!

Im September erwartet das Amt für Raumordnung und Landesplanung Vorpommern in Greifswald die detaillierten Papiere des Antragstellers. Nach deren Prüfung wird das Raumordnungsverfahren beginnen, an welchem alle Träger öffentlicher Belange, auch die Bürgerinitiative, beteiligt werden sollen.

Kontakt: http://www.huhnfrei.de

Bild: Ein grauer Giebel ohne Verzierungen erstreckt sich in das blau des Himmels. Links und rechts neben dem Giebel ein rot leuchtendes Satteldach.
Bild: Schloss Ludwigsburg
Bild: Ein Kanal, gesäumt von bunten Motor- und Ruderbooten bildet den Ludwigsburger Hafen. Links vom Kanal erstreckt sich eine satt grüne Wiese, an die ein Schilfgürtel angrenzt. In weiter Ferner erkennt man die Silouette Greifswalds.
Bild: Der Hafen von Ludwigsburg
Bild: Das Wasser schneidet sich sichelförmig von links in den schmalen Naturstrand. In weiter Ferner einige Bäume und strahlend blauer Himmel.
Bild: Naturstrand Ludwigsburg