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Königsstuhl

Nationalparkzentrum Königsstuhl

„Dieses Licht, diese Farben, wenn sich der Sonnenball über den Horizont schiebt und die Kreide zum Leuchten bringt. Die Kreidefelsen von Jasmund – Maler, Dichter und Komponisten ließen sich von der wilden Schönheit dieser Küste inspirieren.

Kreide – fest gewordenes Leben, aufgebaut aus den kleinsten Fossilien der Erde, 70 Millionen Jahre alt, Erinnerung an ein warmes Meer und seine Bewohner.

Randlos liegt das Meer zwischen den Bäumen. Bäume – vom Sturm geformt, jeder einzelne ein Individuum.

Die Buchenwälder der Stubnitz – Zeitzeugen von Jahrhunderten, eines Tages wird hier wieder Urwald sein, unberühert und wild.

Nicht Eingreifen, das ist der Gedanke des Nationalparks. Umgestürzte Bäume – neue Lebensräume. Nationalpark Jasmund – damit Natur, Natur bleiben kann.“

Im Multivisionskino kann man mittels Projektionen auf 4 Leinwänden und einer etwas kitschig anmutenden Dokumentation die Schönheit des Jasmund-Nationalparks bei jeder Tages- und in jeder Jahreszeit in Bild und Ton erleben und sich von einer scheinbar heilen Welt einlullen lassen. Beeindruckend ist dieser kleinste Nationalpark Deutschlands mit seinem Areal unberüherter Natur, welche als Weltnaturerbe nominiert worden ist, alle mal.

Betritt man nun die interaktive Erlebnisausstellung, hat man zunächst die Qual der Wahl bei den Kopfhörern: Möchte man nun den Text für „Abenteuer“, „Neugier“ oder den für „Schönheit“ darüber empfangen? Für Kinder gibt es eine Extraausgabe. Wir bekommen noch einen Empfänger um den Hals gehängt, mit leider nicht so gut fühlbaren Tasten und dann geht es in einer großen Gruppe los. Man hat sich hier bei der Textübermittlung für Guideports von Sennheiser entschieden. Bei diesem System werden die Sprachinformationen ausgelöst, wenn man auf einem bestimmten Punkt im Raum steht. Hier sind es orange Kreise. Es gibt auch Leuchtsäulen, auf denen man einen Gegenstand drücken muß, z.B. einen Feuerstein oder eine große Muschel, um die Übermittlung der Informationen auszulösen. Die Sprache ist gut verständlich, musikalisch untermalt und von teilweise beeindruckenden Naturgeräuschen begleitet. Die Ausstellung spricht tatsächlich alle Sinne an und wirkt sehr lebendig. Allerdings hat man das Gefühl, daß bei dem Konzept weder an Sehbehinderte noch an Blinde gedacht worden ist. Das Angebot, eine Begleitperson zu stellen, soll dieses Defizit wohl wieder ausgleichen. Trotzdem gibt es auch für unsereins viel zu entdecken und zu erleben, wie z.B. Vogelstimmen und Froschlaute auf Knopfdruck, einen nachgeahmten Eisgletscher zum anfassen sowie Schwarzlichtlampen zum Sichtbarmachen eines nachgestellten Erdreichs und Schaukästen, die auf Knopfdruck erleuchtet werden.
Führhunde sind erlaubt und lösen ihrerseits so manche Information aus.

Lohnenswert sind außerdem ein Besuch auf dem 118m hohen, benachbarten Königsstuhlfelsen und eine Wanderung durch den Buchenwald. Das Königsstuhl-Nationalparkzentrum ist sehr gut mit dem Bus von Sassnitz aus erreichbar. Mit ein wenig Glück findet man sogar den Leitstreifen, der kurz nach dem Bahnhof Sassnitz beginnt und einen zum blindengerecht ausgebauten ZOB leitet. In den Bussen werden die Haltestellen durch eine Kinderstimme angesagt.

Foto: Ein Blick vom Königsstuhl, links im Bild ein Teil des Kreidefelsens mit viel Grün. In der Ferne leuchtet die blaue Ostsee.
Blick vom Königsstuhl

Miniaturstad Wismar

Am Stadtrand von Wismar, im Lenensruher Weg 4, befindet sich das Ökologische Schulungszentrum (ÖSW). Auf dem Gelände des bürgeroffenen Zentrums für Umweltbildung und -beratung steht ein Teil der Wismarer Altstadt als Freilandmodell, welches nur während der Öffnungszeiten zugänglich ist. Dieses ABM-Projekt wurde vom der Qualifizierungs- und Entwicklungsgesellschaft (QEG) entwickelt und durchgeführt. An der praktischen Umsetzung waren Personen mit einer Behinderung, z. B. Hörbehinderte, beteiligt. Im Maßstab 1:10 werden die Häuser der Hafengegend und ausgesuchte Gebäude der Innenstadt gezeigt. Laut dem Prokuristen Horst Umland ist man beim Modellbau wie folgt vorgegangen:

Zur Vorbereitung waren Besichtigungen der Orginalgebäude zu machen, diese zu vermessen und Fotographien anzufertigen. Anschließend wurden maßstabsgerechte Bauzeichnungen aller Teile auf Papier gebracht. Erst dann konnte mit dem Modellbau begonnen werden. Jedes Modell steht auf einer Betongrundplatte, worauf die Rahmenkonstruktion aus Holz aufgebaut wurde. Die Wände und Dächer sind aus Fermacelplatten gefertigt. Darauf sind Gewebe und Putz aufgebracht. Zum Schluß erfolgt die Fassadengestaltung und das Dach. Die Dächer und die Backsteinnachbildungen sind aus Dachschindeln geschnitten und aufgeklebt. Am Schluß konnten die zahllosen Einzelteile wie Fenster, Türen, Dachrinnen, Verzierungen usw. angebracht werden. Natürlich müssen die kleinen Schmuckstücke ebenso wie ihre großen Vorbilder regelmäßig gepflegt und gewartet werden.

Wir finden der Aufwand hat sich gelohnt.

Foto: Links im Bild das Bürgerhaus "Alter Schwede". Das Bild zeigt das Backsteingebäude mit dem stufenförmigen aufwendig gestalteten Treppengiebel. Rechts neben dem Bürgerhaus, das Reuterhaus, originalgetreu nachgebaut, mit seinen zwei Etagen und einem Rundbogen über dem Eingang in der Höhe des Daches.  Links neben dem Reuterhaus sitzt ein Labrador, der im sitzen fast so hoch ist wie das Gebäude.
Bürgerhaus Alter Schwede, das Reuterhaus und ein Labrador
Foto: Aus Richtung des Hafens fotografiert, zeigt dieses Bild das Wassertor, eine bunte Häuserzeile und die Hafenmauer. Das orginalgetreu nachgebaute Wassertor in Backsteingotik zeigt den Giebel von der Hafenseite. Dieser besitzt ab dem Beginn des Satteldaches eine dreieckige Form. Der stadtseitige Giebel ist treppenförmig.
Foto: Wassertor aus Richtung Hafen
Foto: Ein Überblick über einen Teil der Modelle aus Höhe der Modelle fotografiert um deren Größe herauszustellen.
Modellübersicht
Foto: Einige Gebäude der Wismarer Altstadt. Zum Größenvergleich unser Tandem vor diesen Modellen.
Tandem und Gebäude
Foto: Das New Orleans, ein Hotel und Restaurant mit seinem cremefarbenen Neorenaissancegiebel. Der Ausschnitt zeigt die aufwendig eingefassten Fenster mit ihren Rundbögen und Dreiecken oberhalb selbiger.
New Orleans
Foto: Das stadtseitig fotografierte Wassertor vor strahlend blauem Himmel mit seinem Torbogen. Über diesem verläuft ein weißes Band. Der stadtseitige Giebel ist treppenartig und besitzt Zinnen. Innerhalb des Giebels sind weiße Blendbögen eingefasst.
Wassertor von der Stadtseite
Foto: Ein dreistöckiges Fachwerkhaus mit einem Spitzdach. Das Haus wurde schräg von der Seite fotografiert. Das Dach zeigt 2 übereinander liegende lange schmale Gauben, die sich fast über die gesamte Breite des Hauses erstrecken. Die Fensterrahmen des Hauses sind blau.
Fachwerkhaus

Besucheradresse:
Ökologisches Schulungszentrum Wismar, Lenensruher Weg 4, 23970 Wismar
Internet:Qualifizierungs- und Entwicklungsgesellschaft Wismar mbH – Ökologisches Schulungszentrum Wismar

Naturparkzentrum Usedom

Das beschauliche Städtchen Usedom liegt im Südwesten der gleichnamigen Insel, jenseits des Trubels der Badeorte. Man gelangt mit dem Bus von Anklam und Heringsdorf aus dorthin.
Im ehemaligen, restaurierten Bahnhofsgebäude befindet sich das Informationszentrum des Naturparks Insel Usedom. Diese Kulturlandschaft umfaßt heute 632 Quadratkilometer und wird von der Ostsee mit ihrem Greifswalder Bodden, dem Peenestrom und dem Stettiner Haff begrenzt.
Das heutige Klaus-Bahlsen-Haus lockt den Besucher schon außen mit einem hölzernen Uhu und einem überdimensionalen Stuhl aus Holz.
Im Inneren lernt man die typische Flora und Fauna der Insel Usedom kennen. Leider beschränken sich die Informationen auf die Namen von Tieren die in der Region leben, die aber zumindest auf gut lesbaren Schildern, die in Augenhöhe angebracht sind, stehen. So gibt es unter anderem ausgestopfte Möwen, Biber, Füchse und Dachse zu sehen und wenn man sich traut auch anzufassen. Aber auch präparierte Exemplare der im Naturpark brütenden Vögel wie Seeadler, Weißstorch, Graureiher und Kranich sind zu bewundern. Es gibt auf dem Rundgang auch einige Möglichkeiten verschiedenste Dinge zu ertasten. So lassen sich Modelle von Ringelnattern und Fröschen, Sand und Steine erfühlen. Aber auch eine riesige Wand, die 12 Meter Torfschicht an einem Ufer mit Pflanzen nachbildet, läßt sich begreifen. Leider wurde versäumt, die Laute und Rufe der dort ausgestellten Tiere sowie die Geräusche der Natur hörbar zu machen, weshalb die Ausstellung insgesamt recht leblos wirkt. Mein Führhund durfte mit rein, war allerdings ziemlich aus dem Häuschen angesichts der vielen „wilden Tiere“.

Ein ausgestopfter Biber vor einem handgemalten Hintergrund. Rechts unterhalb des Bibers ein Schild mit der Aufschrift Biber sowie Castor fiber.
Ausgestopfter Biber, lat. Castor fiber
Ein grimmig schauender Marderhund auf einem Fensterbrett. Der Marderhund hebt seinen Kopf in die Höhe und zeigt seine Zähne. Das Fell auf seinem Rücken, seine Ohren und sein Gesicht leuchten fast goldgelb, da Sonne durch ein Fenster auf das Tier fällt.
Grimmiger Marderhund

Im Blindflug durch Stockholm
(25. bis 27. Mai 2010)

Hinweis: Der folgende Reisebericht über unseren Kurztrip nach Stockholm spiegelt lediglich unsere eigenen Beobachtungen und Erfahrungen wieder. Er ist daher nicht als allgemeingültig anzusehen.

Zur Vorbereitung auf diese Reise recherchierten wir im Internet nach günstigen Flügen, preiswerten Unterkünften und Sehenswürdigkeiten im „Venedig des Nordens“. Wir waren gespannt, ob die schwedische Metropole tatsächlich Ähnlichkeiten mit der italienischen Stadt aufweist und ob sie dem Ruf Schwedens, ein Vorreiter in Sachen Barrierefreiheit zu sein, gerecht wird. Also schmiedeten wir keine großen Besichtigungspläne sondern ließen lieber alles auf uns zukommen.

Auch einen Service am Flughafen Berlin Schönefeld bestellten wir nicht, dafür kamen wir allerdings mehr als rechtzeitig auf dem Schönefelder Bahnhof an. Dieser ist sehr behindertenfreundlich gestaltet. Man wird gut zum Flughafen geleitet. Hierfür wurden große Flugzeuge auf den Boden gemalt und teilweise existiert auch ein Blindenleitsystem. Die Infotafeln sind recht gut erkennbar und leiten einen bis hin zum Informationsschalter im Terminal. Hier fragten wir mit „Blindgänger-Anstecker“ bzw. mit dem „Weißen Stock“ bewaffnet nach Begleitung zum Flugschalter von Germanwings. Nach einer ganzen Weile holte uns ein Mitarbeiter der Firma „Rollmops“ von dort ab.
Bei der Gepäckaufgabe befestigten wir noch schnell farbige Tücher an unseren Koffern, um später das Wiederfinden auf dem Gepäckband zu erleichtern. Auf unsere Bordingcards wurde „BLIND“ geschrieben und von nun an war alles ganz einfach.

In Stockholm wurden wir gleich nach der Landung von einem Servicemitarbeiter in Empfang genommen und zusammen mit unserem Gepäck zum Airportbus nach Stockholm City gebracht. Dankbar und frohen Mutes stiegen wir am Zentralbahnhof aus.
Von hier an sollte uns die Navigationssoftware „Kapten for iPhone“ auf dem iPhone zum „Best Hostel Old Town“ weiterleiten. Diese schickte uns dann auch hier und dort hin, von unserer Unterkunft war allerdings nichts zu entdecken. Auch Passanten die wir nach dem Weg fragten, waren überfordert. Schließlich gaben wir diese Methoden auf und nahmen uns die Wegbeschreibung vor, die vom Hostel per Mail geschickt worden war. Dabei stellten wir fest, daß die Straßenschilder gut lesbar sind, auch wenn kaum einmal die Straßennamen darauf standen, die wir erwartet hätten.
Auch die vielen akustischen Ampeln fielen uns auf. Deren Auffindesignal klingt eher wie ein metallisches Klopfen und das Freigabesignal ist als Knattern zu hören. Außerdem befinden sich zusätzlich Zebrastreifen am Übergang.

Nach einigen Stunden herumirrens fanden wir schließlich unsere Unterkunft kurz vor Torschluß. Das Hostel gleicht einem Labyrinth aus Gängen, Türen, Stufen, abenteuerlichen Wendeltreppen und der Boden ist garniert mit Dutzenden von Schwellen.
Interessant in diesem „architektonischen Meisterwerk“ ist auch der winzige nostalgische Lift. Jedesmal wenn sich die Türen hinter mir schlossen, hatte ich Angst, daß mein Zopf eingeklemmt wird. Immerhin sind die Tasten taktil und es gibt eine Ansage der Etagen, wenn auch auf schwedisch.

Entschädigt wurden wir allerdings durch die optimale Lage der Herberge am Rande von Gamla Stan, in unmittelbarer Nachbarschaft mit dem Königspalast, dem Regierungsgebäude, des Stadthafens, der Altstadt und zahlloser anderer Sehenswürdigkeiten und Museen. An unserem ersten Abend machten wir nur noch eine kleine Stippvisite der Umgebung.
Dunkel wird es hier zu dieser Jahreszeit erst sehr spät und dann auch nur für wenige Stunden. Der folgende Tag sollte unser einziger kompletter Tag in Stockholm werden. Zufällig entdeckten wir in Hafennähe ein Infoschild mit Hinweis auf den Verkauf von Tickets für Bootsrundfahrten.
Spontan entschieden wir uns für die „Royal-Canal-Tour“. An Bord stellten wir freudig fest, daß an jedem Platz eingestöpselte Kopfhörer liegen. Darüber kann man in vielen verschiedenen Sprachen einer Tourbeschreibung lauschen. Hier werden Verlauf und Sehenswürdigkeiten am Ufer beschrieben, welche auf einer ebenfalls an jedem Platz ausliegenden Karte eingezeichnet und numeriert worden sind. So konnten wir uns auf deutsch einen Überblick über einen Großteil der Stadt machen. Diese Tour führte entlang eines Kanals bis hin zu den „Schären“ in der östlichen Ostsee.

Da uns das so gut gefallen hat, buchten wir gleich noch am nächsten Tag die „Under Stockholms Bridges-Tour“. Diese führte uns vom Mälanensee, der sich 120 km nach Westen erstreckt und aus welchem die Stockholmer ihr Trinkwasser beziehen, bis hin zur Ostsee. Wir passierten „Slussen“, eine Schleuse, durch welche hier das Süßwasser des Sees von dem Salzwasser der Ostsee getrennt wird.

Stockholm wurde auf 14 Inseln erbaut, die durch 53 Brücken verbunden sind. Diese sind natürlich nicht so filigran wie die in Venedig, da hier auch Autos darüber fahren, aber einige verzierte Bogenbrücken gibt es doch. Unterwegs erfuhren wir von vielen sehenswerten Gebäuden, Museen und Parks, die wir uns allerdings in einem späteren Trip vornehmen müssen.
An Bord erfuhren wir dann auch von der Möglichkeit, an Stadtrundfahrten mit Bussen teilzunehmen, wovon wir leider auch keinen Gebrauch mehr machen konnten.
Bei der Kürze der uns zur Verfügung stehenden Zeit erkundeten wir mit Hilfe eines Stadtplans aus dem Hostel, welcher mit Lupe einigermaßen lesbar ist, und mit taktilem Kompaß nur Gamla Stan und den Weg von dort zum Zentralbahnhof. Dieser war dann doch sehr einfach und in weniger als in einer halben Stunde zu meistern.
Beim Spaziergang durch die Innenstadt half der Langstock ungemein dabei, nicht ständig über den Haufen gerannt zu werden. Zu ihrer eigenen Sicherheit wichen die Leute ihm aus.
Die Bedeutung des blauen Abzeichens mit dem weißen Blindgänger darauf schien gänzlich unbekannt zu sein. Hilfe bekamen wir jedenfalls nie angeboten. Niemand schien auf die Idee zu kommen, daß der Benutzer eines Langstocks blind sein könnte und möglicherweise ein wenig Unterstützung bei der Orientierung schön wäre. Fragte man jemanden nach dem Weg, wurde nur irgendwie mit den Armen gewedelt. Wir mußten schon ganz deutlich sagen, daß wir blind bzw. sehbehindert sind und inständig darum bitten, zu unserem Ziel direkt hingebracht zu werden. Wie freundlich und hilfsbereit erschienen uns nun dagegen die Deutschen. Besonders bewußt wurde uns das, als wir auf dem Zentralbahnhof nach einem Infostand suchten, den wir nie fanden. In der Bahnhofshalle gab es keinerlei Blindenleitsystem, allerdings hängen die Monitore recht niedrig. Mit Hilfe eines Monokulars fanden wir schließlich doch noch den Ausgang zum Airportbus.

Uns fiel auf, daß hier Drehtüren sehr beliebt sind. Teilweise wurden sogar gleich 2 nacheinander eingebaut. Die Bushaltestellen am Zentralbahnhof sind mit einem Auffindestreifen quer über den Gehweg gekennzeichnet. Dieser besteht aus sehr breiten, in den Beton eingefrästen Rillen, die weiß gekennzeichnet sind. Diese enden am Bussteig in einem schwarzen Noppenfeld. Insgesamt haben wir festgestellt, daß die Beschilderung besser lesbar ist als in Deutschland, da die Tafeln und Monitore nicht so hoch hängen und die Schrift kontrastreicher dargestellt wird.

Am Abend wollten wir dann mal essen gehen und schauten uns die Angebote der Gaststätten an. Die Preise hinter den auf schwedisch ausgewiesenen Gerichten waren ganzschön gesalzen. Das einzige was preiswert erschien, war ein schwedisches Gericht was so ähnlich wie „Kot fressender Lumpi mit Potatows“ klang. Wir verzichteten darauf und landeten letztendlich bei einem Italiener, wo ausnahmsweise keine Selbstbedienung angesagt war und wir die Namen der Speisen deuten konnten.
Wegen eines Notfalls mußten wir dann leider bereits am folgenden Tag zurückfliegen.
Zum Frühstück gab es am letzten Tag Kornetto mit Kaffee. Das ist keine Eiscreme, sondern das sind sehr leckere Gebäckteile mit Marmeladenfüllung. Für die Heimreise nahmen wir uns dann noch Körnerbaguette mit Käse mit, die sich allerdings als große Mohnhörnchen entpuppten.

Beim Rückflug sicherte auch diesmal ein sehr pünktliches Erscheinen am Airpot eine einigermaßen streßfreie Reise. Eine schicke, skandinavienblonde, hoch gewachsene Angestellte von Germanwings verließ kurzerhand ihren Abfertigungsschalter, um uns im gemächlichen Wiegeschritt zu einer Stelle zu begleiten, von der wir in einer Stunde abgeholt und zum Gate gebracht werden sollten.
Die Wartezeit vertrieben wir uns mit Milchkaffee. Die nette Verkäuferin fragte doch tatsächlich von sich aus, ob sie uns die Kaffeegläser an den Tisch bringen soll. Wir waren positiv überrascht.

Im Flieger begrüßte uns dann der Stewart vom Hinflug herzlich wie zwei alte Bekannte. Er sorgte dafür, daß wir zusammen sitzen konnten. Überhaupt war die Crew sehr nett und in Berlin Schönefeld warteten schon wieder die Leute von „Rollmops“ auf uns. Diese führten uns nicht nur erfolgreich wieder mit unserem Gepäck zusammen, sondern begleiteten uns gleich bis zum Zug nach Berlin Hauptbahnhof.

Das Rathaus Stockholms bei bedrohlichem, von dunklen Wolken verhangenen Himmel von einer Brücke fotografiert. Das Rathaus besitzt einen sehr hohen Turm mit einer goldenen Verzierung auf dem Dach.
Rathaus Stockholms
Eine Seite des königlichen Palasts, mit Wasserfällen die aus zwei Giebeln rauschen. Vor dem braunen Gebäude in Gamla Stan ist ein Fahrgastschiff zu sehen.
Der königliche Palast
Blau gekleidete Reiter mit silbernen Helmen, die zur Wachablösung in den Hof des königlichen Schlosses reiten. Angeführt von einem einzelnen braunen und einem schwarzen Pferd folgen 4 Schimmel und anschließend viele weitere sehr ansehnliche braune Pferde in einer Viererformation
Königliche Reiter auf dem Weg zur Wachablösung
Stockholms Nobelwohngegend, Standvägen, mit einem Wohnhaus direkt am Wasser. Das Wohnhaus ist cremeweiß. Seine Ecken sind wie riesige Säulen geformt. Alle Fenster sind mit einem gewölbten, markiesenartigen orangen Sonnenschutz versehen. Das Wohnhaus wirkt sehr reich verziert und prunkvoll. Rechts davon ein weiteres Wohnhaus, das mit kleinen Türmchen verziert ist, dessen Spitzen mit roten Ziegeln gedeckt sind.
Wohnhaus in Stockholms Nobelwohngegend
Stockholms Leuchtturm, klein weiß und der erste, der mit einer Automatik betrieben wurde. Der Leuchtturm steht auf einem Betonsockel im Wasser.
Leuchtturm vor Stockholm
Umgebaute Speicher vom Wasser aus fotografiert. Die Wohnhäuser sind sehr farbenfroh, von ziegelrot über orange bis hin zu braun erstrecken sich die Farben.
Zu Wohnhäusern umgebaute Speicher
Ein nostalgisches Ausflugsschiff im Stockholmer Stadthafen mit einem riesigen schwarzen Schornstein, den in der Mitte ein dickes gelbes Farbband ziert. Am Heck des Schiffes weht eine schwedische Fahne im Wind.
Nostalgisches Ausflugsschiff
Das Nordisch Museum, das durch einen Turm in der Mitte fast wie ein Schloss wirkt. Die schwarzen Ziegel glänzen im Sonnenlicht. Das Haus ist von Bäumen umrandet und von der Seeseite aus fotografiert.
Nordisches Museum
Das Grand Hotel Stockholm ein fünfstöckiges rotes Backsteingebäude mit Kupferdach, auf dem eine Fahnen und der Schriftzug Grand Hotel Stockholm thronen. Links neben dem Grand Hotel ein gelbliches Gebäude mit Türmchen und Türmen, die den Zwiebeltürmen etwas ähnlich sehen.
Grand Hotel Stockholm
Mit ihren vielen verschiedenen bunten Häusern erstrahlt die Skyline von Gamla Stan im Skeppsborn in der Mittagssonne.
Skyline von Gamla Stan

Ein Gebäude mit Türmchen, die Zwiebeltürmen gleichen. Das Gebäude befindet sich auf eine kleinen Anhöhe und erscheint etwas verträumt.

Typische Blindenampel in Stockholm, mit einem dunkelgrünen Mast, der gelbe Markierungen enthält. Außerdem der blaue Anforderungskasten, der nach innen zeigend angebracht ist. Die Fahrbahn, bzw. der Übergang ist mit einem Zebrastreifen markiert.
Blindenampel in Stockholm
Der Anforderungskasten einer Blindenampel in Stockholm. Blau mit einem weißen Männchen, einer weißen Hand sowie einem weißem Punkt an der Seite. Unterhalb dieser Symbole ein Reflektor.
Anforderungskasten einer Blindenampel

Otto-Lilienthal-Museum

Das Otto-Lilienthal-Museum ist gut vom Anklamer Bahnhof zu erreichen. Man wendet sich auf der Hauptstraße nach links, also entgegengesetzt der Richtung zur Innenstadt. Die zweite Straße nach rechts ist bereits die Ellenbogenstraße und das erste Haus auf der linken Seite das Museum.

Es informiert, teilweise auch durch Videoschleifen, über den Flugpionier, Ingenieur und Humanisten Otto Lilienthal, der in Anklam, in Ostvorpommern, geboren wurde. Zum Thema „Menschenflug“ werden ca. 10 Flugzeugentwicklungen als Modelle dargestellt. Die meisten Apparate wurden originalgetreu rekonstruiert oder nachgebaut. Sie können, zumindest teilweise, angefaßt werden. Auch das Original eines Sacconey-Drachens für bemannte Aufstiege wird hier ausgestellt. Ein weiteres Thema ist „Luftschiff kontra Flugzeug“, welches die Lilienthalperiode der Luftfahrtgeschichte bestimmte. Es sind viele gut erkennbare Modelle beider Seiten vorhanden, einige können auch angefaßt werden.

„… Man kann die Sehnsucht nicht erklären, man muß sie selbst erleben. Drei Schritte in den Abgrund und das Glücksgefühl zu schweben. Du kannst fliegen – ja – du kannst. RLaß den Wind von vorne wehen, breite die Flügel du wirst sehen, du kannst fliegen – ja – du kannst. …“
(Reinhard Mey)

Foto: Fantastisches Flugobjekt, dessen Rumpf wie ein Schiff geformt ist. Seitlich folgt also der Hauptstrassße des Schiffes sind Flügel angebracht, die großen Schwingen nachempfunden sind. Am Heck befindet sich eine trichterförmige Heckflosse, deren Öffnung nach hinten zeigt.
Foto: Fantastisches Flugobjekt vor einigen ichautafeln und Zeichnungen.

Besucheradresse: Ellbogenstraße 1, 17389 Anklam Internet:Lilenthal-Museum

Schlosspark Ludwigslust

Unternimmt man eine Reise in den „Ort der Vielfalt“ Ludwigslust, so sollte man sich den Schloßpark nicht entgehen lassen, der mit ca. 120 ha zu den größten und schönsten Naturparks in Mecklenburg gehört. Dieser ist vom Bahnhof aus gut erreichbar. Geht man die Schloßstraße entlang in Richtung des barocken Jagdschlosses des Herzogs Christian II. Ludwig, so findet man ein paar Meter nach der Giebelseite, nahe beim Natureum, am rechten Wegrand eine wetterfeste Tasttafel aus Metall. Hier können sich blinde Besucher eine Übersicht über den Park verschaffen. Daneben steht ein angewinkelter Plan für Rollifahrer. Ein spezielles Angebot für sehbehinderte Besucher ist nicht vorhanden. Eine Broschüre in Punktschrift informiert die braillekundigen Gäste über die Sehenswürdigkeiten des Parks. Alle anderen können sich bei Bedarf diesen „Rundgang“ auf der Internetpräsenz der Stadt Ludwigslust herunterladen.

Metallene Tasttafel des Schlossparks Ludwigslust
Tasttafel des Schlossparks Ludwigslust

Besucheradresse:
Am Schloss, 19288 Ludwigslust
Internet:Schloss Ludwigslust

Meeresmuseum Stralsund

Direkt in der Stralsunder Innenstadt, zwischen Neuem und Altem Markt, befindet sich das Meeresmuseum in einem roten Backsteingebäude. Im Meeresmuseum Stralsund kann man für 2 Euro einen Audioguide ausleihen und mit dessen Hilfe ausführlichen Informationen über die dort ausgestellten Bewohner des Meeres und über Fischerboote lauschen. Allerdings sollte man vorher sicherstellen lassen, dass der Akku voll aufgeladen wurde, ansonsten gibt es evtl. eine böse Überraschung unterwegs. Teilweise sind die Nummern für den Audiguide gut lesbar angebracht, meist oberhalb der Vidrienen und Aquarien. Fällt allerdings die Hintergrundbeleuchtung aus, so wird es für Sehbehinderte schwierig, die Zahlen und Symbole zu deuten.

Führhunde sind erlaubt. Es werden spezielle Gruppenführungen für blinde und sehbehinderte Besucher angeboten.

Riesenschildkröte
Die Riesenschildkröte scheint durch das Wasser zu schweben.
Eine Annemonenfisch - Clownfisch, mit seinen drei weißen Streifen auf dem orangefarbenen Körper schwimmt durchs Aquarium.
Clownfisch schwimmt durch das Aquarium

Besucheradresse:
Katharinenberg 14-20, 18439 Stralsund
Internet:Deutsches Meeresmuseum Stralsund

Neubrandenburg

Geht man vom Hauptbahnhof Neubrandenburg aus die Stargarder Straße in Richtung Innenstadt entlang, so trifft man auf Höhe des Marktplatzes auf einen Fußgängerüberweg. Überquert man diesen und wendet sich dann nach rechts, so stößt man nach wenigen Metern auf das pultartige Tastmodell der Neubrandenburger Innenstadt. Dieses wurde vom Verein „Vier-Tore-Job-Services“ in einer gut dreijährigen Arbeit unter der Leitung von Herrn Martin Lippold zunächst als Holz- und später als Kunststoffmodell angefertigt. In der Aluminium- und Messinggießerei Peter Bunge in Torgelow wurde es dann in Messing gegossen und mit einer Schutzschicht überzogen. Die Kosten von 6500 Euro für das 1,20 x 1,20 m große Tastmodell wurden von der Sparkasse Neubrandenburg-Demmin getragen. Es wurden keine Punktschriftbeschriftungen angebracht.

Das Tastmodell der Stadt Neubrandenburg aus der Vogelperspektive
Das Tastmodell der Stadt Neubrandenburg aus der Vogelperspektive

Besucheradresse:
Marktplatz, 17033 Neubrandenburg

Die Lübecker Innenstadt als Tastmodell

Auf dem Lübecker Marktplatz steht vor dem P&C-Haus ein öffentlich zugängliches Bronzemodell von Egbert Broerken Welver. Es wurde vom Rotary-Club „Lübeck-Holstentor“ gespendet und stellt im Maßstab 1:1000 die Kirchen, Patrizerhäuser und andere sehenswerte Bauwerke der Innenstadt detailgedreu dar.

Ein Ausschnitt des Tastmodells der Hansestadt Lübeck, welches den Dom zu Lübeck zeigt. Im Hintergrund ertastet Jana einige Gebäude des Modells.
Ein Ausschnitt des Tastmodells der Hansestadt Lübeck, welches den Dom zu Lübeck zeigt. Im Hintergrund ertastet Jana einige Gebäude des Modells.
Gesamtes Tastmodell der Hansestadt Lübeck
Gesamtes Tastmodell der Hansestadt Lübeck

Willkommen auf ostsee-spezial

Herzlich Willkommen auf den Seiten von ostsee-spezial.

Hier haben wir besondere touristische Angebote für sehbehinderte und blinde Besucher der Ostseeregion zusammengestellt.

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